Im zweiten Teil von unserem Budget Guide geben wir Tipps zur Aufteilung des Budgets. Bitte beachtet, dass es sich hierbei um Richtlinien handelt. Je nach Präferenzen des Brautpaars, kann sich dies etwas verschieben.

Budget Aufteilung

Sobald ihr eruiert habt, wie viel Geld ihr zur Verfügung habt und woher es kommt, ist es  Zeit herauszufinden wie ihr es ausgeben möchtet. Zerlegt die grosse Zahl und verteilt Teile davon auf die verschiedenen Aspekte der Hochzeit: Blumen, Musik, Essen, Gastgeschenke und so weiter. Entsprechend der persönlichen Präferenzen kann dies natürlich stark variieren. Wir haben eine Standard Aufteilung zusammengestellt. Stellt aber sicher, dass ihr die Ausgaben anpasst um euren Prioritäten gerecht zu werden.

Feier, 45-50%

Geht davon aus, dass rund die Hälfte des Budgets entgegen der Feier verwendet wird. Dies enthält in der Regel Saalmiete, Catering, Getränke, Hochzeitstorte (inkl. Tellergeld), Mietmobiliar und Trinkgelder. Etwa 40 Prozent davon sind für das Essen resp. Catering eingeplant werden. Dazu gehören ein allfälliger Apéro, das  Hochzeitsmenü, eine Candy Bar sowie Mitternachtssnacks, Getränke und die Hochzeitstorte. Die restlichen zehn Prozent könnt ihr für die Miete der Lokalität und allfälliges Mietmobiliar einplanen. Gerade bei einer unbewirteten Location können dadurch schnell hohe Kosten entstehen.

Auch bei einer einfachen Gartenhochzeit wird euch die Bewirtung euch schnell einmal die Hälfte eures Budgets kosten. Die Kosten für die Infrastruktur wie Stühle und Zelt dürfen nicht unterschätzt werden. Dazu kommen die Ausgaben für Essen und Servicepersonal.

Photographie & Videographie, 10-15%

Widmet mindestens 10 bis 15 Prozent von eurem Budget der Dokumentation eures schönsten Tages. Qualitativ hochwertige Fotos sind eine wunderschöne Erinnerung an euren Tag, über welche ihr euch noch lange freuen könnt. Denkt auch daran die Kosten für Fotodrucke sowie das Album einzukalkulieren. Weitere Elemente die unter diesem Punkt zu berücksichtigen sind, ist zum Beispiel ein Verlobungsshooting oder eine Photobox für die Unterhaltung der Gäste am Tag der Hochzeit.

Outfits & Styling

In diese Kategorie fallen nebst dem Brautkleid und dem Anzug für den Bräutigam auch allfällige Änderungen, Kopfschmuck oder Schleier, Hairstyling und Makeup, Schuhe, Unterwäsche sowie weitere Accessoires. Nach unserer Erfahrung ist es heutzutage oft so, dass die Braut und der Bräutigam ihre Outfits selbst bezahlen und ist somit nicht Teil des Budgets.  Dasselbe gilt für die Ringe. Beim Styling empfiehlt es sich immer einen Probetermin für Frisur und Makeup zu vereinbaren. Ein professionelles Styling inklusive Probetermin kostet ab CHF 500.

Blumen & Design, 10-15 Prozent

Ungefähr ein Zehntel wird für die florale Gestaltung  euer Hochzeit benötigt. Dazu gehört der Brautstrauss, Trauzeuginnen Strauss, Anstecksträusschen sowie Blumen für die Zeremonie und die Tischdekoration. Zusätzliche Designkomponenten wie Beleuchtung, Tischtücher, Stuhlhussen und Dekorationselemente (Beschilderung, Gedenke, Kartenbox, Gästebuch etc.).

Musik & Unterhaltung

Ebenfalls um die 10 Prozent sollten für die Musik und Unterhaltung eingerechnet werden. Dies enthält die Musik für die Zeremonie, zum Beispiel Gesang mit Klavier, Streichquartett oder Orgelspieler. Für das Fest kann ein DJ oder eine Band engagiert werden. Weitere Unterhaltungsakte wie Feuerwerk, Komiker oder Spiele gehören ebenfalls in diese Kategorie.

Zeremonie

Dieser Budgetposten kann sehr stark variieren je nachdem für welche Art der Trauung sich das Brautpaar entscheidet. Eine Hochzeit in der Kirche ist deutlich günstiger als eine freie Trauung, lässt aber wenig Raum für Individualität. Bei der freien Trauung kommen zusätzlich Kosten für den Trauungsgestalter und je nach dem auch für Sitzgelegenheiten und weitere Dekorationselemente wie ein Traubogen hinzu. Die meisten Kirchen sind bereits wunderschön ausgestattet und es braucht dementsprechend weniger Dekoration. Details wie das Ringkissen fallen ebenfalls hierunter.

Einladungen und Gästedetails, ca. 5%

Diese letzte Kategorie ist jene die am meisten verriet. Unter anderem hängt es von der Anzahl Gäste ab, denn dieser Posten deckt Ausgaben wie Einladungen, Gastgeschenke und weitere Extras ab. Je mehr Gäste desto mehr Drucksachen sind nötig. Die Papeterie kann individuell passend zur Hochzeit gestaltet werden (ca. CHF 14 pro Einladung) oder bei einem Online-Drucker bestellt werden (ca. CHF 6 pro Karte). Dazu kommen noch weitere Drucksachen nach Wunsch und Bedarf.  Zum Beispiel Save-the-Date, Menükarten, Dankeskarten, Namenskarten, Tischnummern, Sitzplan, Hochzeitsprogramm und so weiter. Die Kosten für die Gastgeschenke schwanken je nach Art des Geschenks und der Gästezahl.

Nicht vergessen werden dürfen die Transportmittel für das Brautpaar sowie für die Gäste, falls ein Sammeltransport vorgesehen ist.  Vergesst nicht allfällige Parkgebühren einzuberechnen und natürlich die Übernachtung des Brautpaares.

Wedding Planner

Falls ihr beabsichtigt, einen Wedding Planner für die Planung bei zuziehen empfehle ich diese Kosten bereits im Budget zu berücksichtigen. Für eine Gesamtplanung muss mit Kosten ab CHF 4’000 gerechnet werden.

Trinkgelder, allfällige Steuern, versteckte Kosten & Unvorhergesehenes

Ein wichtiger Posten, der jedoch oft vergessen geht. Viele Preise werden als zzgl. MwSt. angegeben. Das heisst es kommen nochmals fast acht Prozent auf der Rechnung dazu. Fakt ist, die Dinge kosten oftmals mehr als man denkt und man wird kalt erwischt von Kosten, mit denen man nicht gerechnet hat. Die guten Neuigkeiten sind, dass man diese einfach einplanen kann wenn man weiss was einem erwartet (und man auch das Kleingedruckte liest). Obendrein sollte man auch Fahr-und Lieferungskosten budgetieren (zbsp. für die Torte, Blumen, Mietmobiliear etc.)

Weiter solltet ihr mindestens CHF 800 für Trinkgelder einberechnen. Für gewisse Dienstleistungen (Service, Hair & Make-up) wird oft ein Trinkgeld erwartet, es sei denn ihr wart mit dem Service unzufrieden. Hier ein paar Tipps für die Höhe der Trinkgelder:

  • Service- und Bar Personal: CHF 25-35 pro Person
  • Hair & Make-up: 15-20 Prozent der Gesamtrechnung
  • Trauredner/Pfarrer: CHF 75-100 oder Kollekte
  • Florist: mind. CHF 100
  • Band: CHF 25-50 pro Musiker
  • DJ: CHF 100-200
  • Photograph: CHF 150-250
  • Event Manager: CHF 100-200
  • Wedding Planner: CHF 200-300

Plant auf jeden Fall zusätzlich nochmals fünf Prozent des Gesamtbudgets für Unvorhergesehenes und extra Kosten ein. So stellt ihr sicher, ihr das Budget nicht sprengt.

Prioritäten festlegen

Die obige Aufteilung gilt nur als Richtlinie, damit ihr eine Starthilfe zur Budgetierung habt. Jedem Paar sind andere Dinge wichtig und das Budget sollte eure Prioritäten wiederspiegeln. Nehmt eure Vision und teilt sie in kleinere, realistische Teile auf, damit es machbar erscheint. Dies bedeutet in Erwägung zu ziehen ob ihr wirklich zwingend alle 250 Gäste auf der Liste haben müsst, wie wichtig euch heisses Wetter an eurem grossen Tag ist und ob eine Torte und ein Sweet Table Vorrang vor anderen Dingen hat. Während dem Prozess der Budgetierung ist das Ziel, belanglose Details zu eliminieren, damit ihr innerhalb des Budgets bleibt und ohne Dinge zu opfern, die euch wirklich wichtig sind. Steht es ausser Frage, dass die Getränke Rechnung hoch sein wird, weil ihr eine Vorliebe für guten Wein pflegt, dann solltet du vielleicht das Haute Couture Kleid überdenken. Falls ihr euer Herz an eine exklusive Location direkt am See verloren habt, müsst ihr vielleicht auf die siebenköpfige Live Band verzichten.

Beginnt damit, alle Elemente festzulegen, die ihr an eurer Hochzeit zu haben wünscht. Manche, wie Getränke und die Gebühr für die Trauung. Andere, zum Beispiel die personalisierten Cocktail-Servietten, sind optional. Dann ist es an der Zeit diese nach Wichtigkeit zu ordnen und herauszufinden was euch am wichtigsten ist und auf was ihr gut verzichten könnte, wenn es denn sein muss. Denkt auch daran, in welchen Bereich ihr am meisten für euer Geld bekommt und die grösste Wirkung auf eure Hochzeit hat. Man verliert sich nur allzu schnell in den Details, wenn man erst mal mit der Planung angefangen hat.

Den Überblick behalten

Man wird nur allzu leicht in Versuchung geführt, von all den Möglichkeiten die euch angeboten werden. Schnell verliert man den Überblick über die Ausgaben, wenn so viele Dinge involviert sind. Ohne die nötige Vorsicht wird das Budget schnell überzogen bevor man überhaupt mit der Planung fertig ist. Der Schlüssel um Budget zu bleiben ist sich entsprechend zu organisieren.

Um organisiert zu bleiben benutzt eine einfache Tabellenkalkulation mit vier Spalten: Kategorie, prozentualer Anteil am Budget, Totalbetrag in CHF, Anzahlungsbetrag und offener Betrag. So seht ihr auf einen Blick, was ihr euch leisten könnt wenn ihr euch mit Dienstleistern trefft. Führt die Tabelle mit jedem Einkauf und jeder Ausgabe nach. Schaut regelmässig nach um auf dem neusten Stand zu bleiben und die Kosten im Griff zu haben. Solltet ihr das Budget in einer Kategorie übersteigen, streicht etwas in einer anderen.

Bildquelle: Haute Stock